Unsere Geschichte

Seit 1992 setzen sich die Verbände der Behindertenselbsthilfe in NRW gemeinsam für Teilhabe und Gleichstellung ein – seit 1995 als Landesbehindertenrat NRW.

30 + 1 Jahre

Verbandsarbeit für Teilhabe in NRW

Zusammenfassung

Die Geschichte des Landesbehindertenrats NRW beginnt 1992 mit der Bildung des ersten Landesbehindertenbeirates. Im selben Zeitraum untersuchte Prof. Adam im Auftrag die Lage von Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen.

1994 fand in der Halle Münsterland in Münster der erste Landesbehindertentag unter dem Motto „Selbstbestimmt leben durch Gleichstellung“ statt, unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Johannes Rau. Mitgewirkt haben unter anderem Dr. Diether Bischoff (Vorsitzender der LAG), Berthold Holzgreve (Vorsitzender VdK), Geesken Wörmann (stellvertretende Vorsitzende der LAG), Friedel Rinn (Vorsitzender BAG), Horst Frehe (Sprecher Selbstbestimmt Leben), Dr. Peter Radtke und Gertrud Servos.

1995 wurde der Landesbehindertenrat unter dem Vorsitz von Dr. Diether Bischoff gegründet; im gleichen Jahr entstand auch das Netzwerk von Frauen und Mädchen mit Behinderung.

1996 erhielt der LBR erstmals Landesmittel zur Schulung Ehrenamtlicher. Von 1997 bis 1999 führte er Gespräche mit der Stiftung Wohlfahrtspflege, dem Sozialministerium und der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege, die im direkten Zugang zu den Mitteln der Stiftung mündeten. 1998 übernahm Geesken Wörmann den Vorsitz des LBR, den sie zwölf Jahre lang innehatte. 1999 folgte der zweite Landesbehindertentag in der Westfalenhalle Dortmund unter dem Motto „Mit gleichen Chancen leben – Bürgerrecht statt Bevormundung“.

Im Jahr 2000 fanden im Landtag die sogenannten Herbstgespräche mit Abgeordneten, dem Sozialminister und Ministerialbeamten statt. 2003 wurde das Behindertengleichstellungsgesetz NRW verabschiedet, das die aktive Mitwirkung des LBR unter anderem durch den Abschluss von Zielvereinbarungen verankerte.

2005 startete das Projekt Agentur Barrierefrei vielversprechend. 2007 richtete der LBR in Köln den dritten Landesbehindertentag unter dem Motto „Menschenrechte für alle“ aus, begleitet von einer Kunstausstellung und einem Parlamentarierabend im Landtag NRW.

2009 stufte die damalige Landesregierung das Instrument der Zielvereinbarung als nicht effizient ein, woraufhin der LBR die Trägerschaft des Teilprojekts verlor und das Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) alleiniger Träger wurde; ab 2010 arbeitete der LBR im Steuerungskreis mit. Im gleichen Jahr fand zum Thema „Menschen mit Behinderung in den Medien“ eine Veranstaltung mit Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers in Köln statt.

2010 wurde Gertrud Servos zur Vorsitzenden des LBR gewählt. In den Jahren 2010 bis 2015 etablierte sich der Inklusionsbeirat, wobei das Teilhaberecht, die Gesundheitsversorgung und die inklusive Bildung die Schwerpunktthemen der Arbeit und der grundlegenden Diskussionen bildeten.

2015 stand der vierte Landesbehindertentag unter dem Motto „Partizipation verwirklichen“; erstmals wurde dabei auch der Inklusionspreis verliehen, mit dem seither regelmäßig Einzelpersonen und Organisationen ausgezeichnet werden, die sich um die Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft verdient gemacht haben. 2017 gab es auf politischer Ebene Auseinandersetzungen um die Rolle und Bedeutung des LBR in der Landschaft der Behindertenverbände sowie eine Neusortierung der Interessenvertretung vor dem Hintergrund der Umsetzung der Teilhabegesetzgebung. 2018 setzte sich der LBR mit der Novellierung der Landesbauordnung auseinander und nahm zum Teilhabegesetz Stellung.

2019 bezog der LBR Stellung zum Thema Inklusion in den allgemeinen Arbeitsmarkt. 2020 beteiligte er sich aktiv an der Diskussion um den Teilhabebericht; im selben Jahr wurde Peter Gabor zum Vorsitzenden des LBR NRW gewählt. 2021 folgten intensive Gespräche mit den relevanten nordrhein-westfälischen Parteien im Landtag und den Landesministerien sowie eine Stellungnahme zur Novellierung der Landesbauordnung. 2022 gab der LBR eine Stellungnahme zum Landesaktionsplan ab und beschloss eine neue Satzung.

Seit 2024 hat der LBR mit Förderung des Landes eine hauptamtliche Geschäftsstelle in Düsseldorf. 2025 folgten ein landesweiter Protesttag für einen barrierefreien Nahverkehr und die Kooperation mit der Lufthansa Group; 2026 feiert der Verband sein Jubiläum „30+1 Jahre Landesbehindertenrat NRW“.

Stationen unserer Geschichte

Von den ersten Schritten 1992 bis heute – in zeitlicher Reihenfolge, die neuesten Stationen stehen unten.

  1. 1992

    Bildung des ersten Landesbehindertenbeirates. Parallel untersucht Prof. Adam die Lage von Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen.

  2. 1994

    Erster Landesbehindertentag in der Halle Münsterland in Münster unter dem Motto „Selbstbestimmt leben durch Gleichstellung“. Schirmherr und Hauptredner ist Ministerpräsident Johannes Rau. Mitgewirkt haben unter anderem Dr. Diether Bischoff, Berthold Holzgreve, Geesken Wörmann, Friedel Rinn, Horst Frehe, Dr. Peter Radtke und Gertrud Servos.

    Schwarz-Weiß-Foto: Mehrere Männer in Anzügen im angeregten Gespräch.
    Archivbild aus der Gründungszeit des LBR
  3. 1995

    Gründung des Landesbehindertenrates NRW unter dem Vorsitz von Dr. Diether Bischoff. Im selben Jahr entsteht das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung.

  4. 1996

    Erstmals erhält der LBR Landesmittel – zur Schulung Ehrenamtlicher.

  5. 1997–1999

    Eintragung als Verein und erstmals Landesmittel zur Weiterleitung an die Mitglieder. Gespräche mit der Stiftung Wohlfahrtspflege, dem Sozialministerium und der Freien Wohlfahrtspflege führen zum direkten Zugang zu den Mitteln der Stiftung.

  6. 1998

    Geesken Wörmann wird Vorsitzende des LBR und leitet ihn zwölf Jahre lang.

  7. 1999

    Zweiter Landesbehindertentag in der Westfalenhalle Dortmund: „Mit gleichen Chancen leben – Bürgerrecht statt Bevormundung“.

  8. 2000

    Erste Herbstgespräche im Landtag mit Abgeordneten, dem Sozialminister und der Ministerialverwaltung.

  9. 2003

    Das Behindertengleichstellungsgesetz NRW tritt in Kraft – unter maßgeblicher Mitwirkung des LBR. Es verankert die aktive Mitwirkung, unter anderem durch Zielvereinbarungen.

  10. 2005

    Start des Projekts „Agentur Barrierefrei“ in Trägerschaft des LBR (bis 2009).

  11. 2007

    Dritter Landesbehindertentag in Köln unter dem Motto „Menschenrechte für alle“, dazu eine Kunstausstellung und ein Parlamentarierabend im Landtag NRW.

    Plakat: Menschenrechte für alle – 3. Landesbehindertentag NRW, 5. Mai 2007 in Köln, Landesbehindertenrat Nordrhein-Westfalen e.V.
    Plakat zum dritten Landesbehindertentag 2007 in Köln
  12. 2009

    Die UN-Behindertenrechtskonvention tritt in Deutschland in Kraft. Die Trägerschaft der „Agentur Barrierefrei“ geht an das Forschungsinstitut Technologie und Behinderung über; der LBR arbeitet ab 2010 im Steuerungskreis mit. Veranstaltung „Menschen mit Behinderung in den Medien“ mit Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers.

  13. 2010

    Gertrud Servos wird Vorsitzende des LBR.

  14. 2010–2015

    Der LBR wirkt maßgeblich an der Etablierung des Inklusionsbeirates NRW mit. Schwerpunkte sind Teilhaberecht, Gesundheitsversorgung und inklusive Bildung.

  15. 2015

    Vierter Landesbehindertentag „Partizipation verwirklichen“ in Mülheim an der Ruhr. Erstmals wird der Inklusionspreis verliehen.

  16. 2017

    Politische Auseinandersetzungen um Rolle und Bedeutung des LBR und die Sortierung der Interessenvertretung bei der Umsetzung der Teilhabegesetzgebung.

  17. 2018

    Einsatz bei der Novellierung der Landesbauordnung und Stellungnahme zum Teilhabegesetz.

  18. 2019

    Stellungnahme zur Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

  19. 2020

    Aktive Mitwirkung am Teilhabebericht. Peter Gabor wird zum Vorsitzenden gewählt.

  20. 2021

    Intensive Gespräche mit den Parteien im Landtag und den Landesministerien. Stellungnahme zur Novellierung der Landesbauordnung.

  21. 2022

    Stellungnahme zum Landesaktionsplan. Im Oktober beschließt der LBR eine neue Satzung: Ein Arbeitsausschuss wird eingeführt, weitere Verbände werden Mitglied.

  22. 2023

    Am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag, lädt Landtagspräsident André Kuper zum Parlamentarischen Frühstück mit dem LBR in den Landtag ein. Der LBR engagiert sich im Bündnis „GO NRW – politische Teilhabe stärken“ und veranstaltet im November eine Tagung zur Patientenverfügung. Ende des Jahres beendet Dr. Willibert Strunz seine langjährige Geschäftsführung.

    Gruppenfoto im Landtag NRW: Vertreterinnen und Vertreter der LBR-Mitgliedsverbände und Abgeordnete, mehrere Personen im Rollstuhl.
    Parlamentarisches Frühstück im Landtag NRW am 5. Mai 2023
  23. 2024

    Mit Förderung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW entsteht eine hauptamtliche Geschäftsstelle in Düsseldorf; Geschäftsführerin wird Ann-Christin Rauch. Beim Fachtag mit Delegiertenversammlung am 8. Juni wird Peter Gabor als Vorsitzender bestätigt. Der LBR fordert: „Rückbau ist gleich Rückschritt“ – barrierefreie Umbauten der EM-Stadien sollen bleiben.

    Gruppenfoto des 2024 gewählten Vorstands vor einem Roll-up des Landesbehindertenrats NRW.
    Der Vorstand nach der Delegiertenversammlung im Juni 2024
  24. 2025

    Neues Logo im Februar. Am 5. Mai ruft der LBR zum landesweiten Protesttag „Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr jetzt!“ auf – erstmals gemeinsam mit Umweltverbänden, Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbänden. Mit der Lufthansa Group schließt der LBR die bundesweit erste Kooperationsvereinbarung zwischen einer Selbsthilfevertretung und einem Wirtschaftsunternehmen. Die Förderung der Geschäftsstelle wird bis Ende 2028 verlängert.

    Gruppenfoto der Mitglieder des Barrierefreiheits-Beirats der Lufthansa Group in einer Flughafenhalle, darunter Personen im Rollstuhl und mit Langstock.
    Erstes Treffen des Barrierefreiheits-Beirats der Lufthansa Group im November 2025
  25. 2026

    30+1 Jahre Landesbehindertenrat NRW: Das 30-jährige Bestehen wird mit einem Jahr Verschiebung gefeiert, dazu erscheint eine Festschrift. Die Geschäftsstelle wird personell verstärkt, und die neue barrierefreie Website mit Vorlesefunktion geht an den Start.

    Gertrud Servos und Peter Gabor auf der Bühne der Jubiläumsfeier „30+1 Jahre Landesbehindertenrat NRW“, goldenes Konfetti regnet herab.
    Jubiläumsfeier 30+1 Jahre: Gertrud Servos und Peter Gabor auf der Bühne

Die Geschichte geht weiter

Heute setzen wir uns mit zehn Mitgliedsverbänden für die Rechte von Menschen mit Behinderungen in NRW ein.